Nachdem wir Ihnen in der Print-Ausgabe 3/2009 bereits die klassischen DAC-Weine aus dem Kremstal vorstellen durften, folgen nun die gefüllten Reserve-Weine des Jahrgangs 2008. Sowohl in der Kategorie der trockenen Grünen Veltliner als auch in jener der Rieslinge – jeweils mit 13 % Alkoholgehalt und mehr auf dem Etikett – wurden die jeweils besten drei Weine als »Falstaff-Kremstal-dac-Reserve-Cup-Sieger« ausgezeichnet.
Text von Peter Moser
Nicht weniger als achtzig Reserve-Weine wurden für die Probe des aktuellen Jahrgangs 2008 eingereicht, das ist bereits ein Drittel mehr als bei der Premiere im Vorjahr. Das zeigt, dass die Idee des DAC im Kremstal immer mehr Mitstreiter findet und die Winzer das Herkunftsmarketing gut annehmen. Wie in den beiden Nachbarregionen Traisental und Kamptal werden im Kremstal DAC-Weine ausschließlich aus Qualitätsweinen der Rebsorten Grüner Veltliner und Riesling erzeugt, andere Rebsorten dürfen die Bezeichnung »Kremstal« nicht mehr auf dem Etikett führen, stattdessen findet sich der Begriff »Niederösterreich«. Der Antrag zur Erlangung einer staatlichen Prüfnummer in der Kategorie Reserve darf erst ab dem 15. März des auf die Ernte folgenden Jahres gestellt werden. Zu den ohnehin bereits für die klassischen DAC-Weine verlangten Sortenmerkmalen müssen die Reserven auch noch folgende Eigenschaften aufweisen: trocken; kräftig in der Stilistik; ausgeprägt, was die Sortenaromatik anbelangt; dicht und lang im Abgang. Zarte Botrytis- und Holztöne sind bei einer Reserve zulässig.
Die Probe brachte folgende Erkenntnisse: Die rund 3000 eingereichten Rieslinge zeigten einmal mehr, dass diese Sorte im Kremstal aus dem Jahrgang 2008 vorzügliche Ergebnisse brachte. Zwei Drittel der Weine erreichten eine Punktezahl jenseits der 90-Punkte-Barriere. Feinfruchtige Steinobstnoten, große Eleganz, Harmonie und zudem noch eine trinkanimierende Rasse zeichnen die Besten aus, dazu eröffnen die 2008er auch einen klaren Blick auf das Terroir. Gleich sechs Spitzenprodukte rangen um die Treppchenplätze, und die Jury hatte eine zwar höchst angenehme, aber keineswegs einfache Qual der Wahl. Schließlich ging der dritte Rang an Josef Schmid aus Stratzing für seinen Riesling Kremstal dac Reserve »Sunogeln«, der sich knapp gegen den Viertplatzierten – Martin Nigls Riesling Privat – durchsetzen konnte. Allerdings musste sich der Riesling Sunogeln gleichzeitig dem Riesling Hochäcker des Topwinzers Martin Nigl aus Priel geschlagen geben, der den zweiten Platz im Kremstal-dac-Reserve-Cup erreichte. Der Riesling-Reserve-Sieger heißt diesmal Walter Buchegger. Der bekannte »Olympia-Winzer« aus Gedersdorf mit Weingutssitz in Dross lässt mit seiner zauberhaften »Moosburgerin« die Herzen der Riesling-Fangemeinde höherschlagen.
Gleich fünfzig Grüne Veltliner aus der Kategorie Kremstal dac Reserve bewarben sich um den Falstaff-Cup-Sieg für den Jahrgang 2008. Nicht weniger als zehn Weine wurden in der Vorverkostung als hervorragend eingestuft, bevor sich in weiterer Blindverkostung schließlich ein sehr wohlschmeckendes Trio herauskristallisierte, das wohl den höchsten Grüner-Veltliner-Ansprüchen gerecht werden sollte. Der Zufall wollte es, dass die drei Spitzenweine die drei unterschiedlichen Hauptterroirtypen des Kremstals repräsentieren. Platz drei geht an Meinhard Forstreiter aus Krems-Hollenburg, das für seine Konglomeratböden bekannt ist; der ausgezeichnete Grüne Veltliner Kremstal dac Reserve kommt vom Tabor, einem Pachtweingarten von Baron Geymüller. Das Traubenmaterial dafür wurde von wurzelechten Reben gewonnen, was schon an sich eine Besonderheit darstellt und sicher nicht ohne Auswirkung auf die Aromatik bleibt. Gänzlich anders sind die Bodenbedingungen für die Trauben der Reserve, die es auf Platz zwei geschafft hat: Der Grüne Veltliner »Von Stein« des traditionsreichen Weinguts Salomon Undhof aus Krems-Stein wächst auf reinem Urgesteinsverwitterungsboden. Über den Falstaff-Cup-Sieg in der Kategorie Grüner Veltliner Kremstal dac Reserve darf sich Sepp Mantler vom Mantlerhof in Brunn im Felde freuen, dessen Gedersdorfer Lagen-Veltliner vom Spiegel in der Finalprobe einfach nicht zu schlagen war – womit wir gleichzeitig beim reinen Lössboden angelangt wären. Übrigens: Die Lage Moosburgerin, auf der die Reben für den Riesling-Sieger wuchsen, liegt nur einen Steinwurf von der Lage Spiegel entfernt. Daher ein großes Bravo nach Gedersdorf für seine ausgezeichneten Weine.