Weinglossar von A-Z
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Aufgrund von zahlreichen Einsendungen anlässlich unseres Gewinnspieles haben wir ein Weinglossar zusammengestellt, in dem die wichtigsten Begriffe erklärt werden. Sollten Ihnen noch Begriffe fehlen, die Sie nicht in unserem Glossar finden, schreiben Sie uns!
Das komplette Weinglossar (von A-Z) steht Ihnen im pdf-Format(292 kB) zum Download zur Verfügung!
A
- Abbeeren:
- Auch Entrappen. Das Trennen der Beeren von den Traubenstielen (Kämme oder Rappen).
- Abfüllen:
- Auf die Flasche ziehen. Wein wird in Flaschen gefüllt (in der Regel mittels Kaltsterilverfahren).
- Abfüllschock:
- Nach dem Abfüllen des Weines kann für einige Wochen eine Stumpfheit im Geschmack auftreten.
- Abgang:
- Auch Rückgeruch. Bezeichnet den Nachgeschmack eine Weines. Man kann ihn auch in Sekunden messen. Desto länger der Nachgeschmack, desto differenzierter und kompakter der Wein.
- Abgebaut:
- Der Wein wirkt nicht mehr frisch, hat seinen Höhepunkt überschritten.
- Abgerundet:
- Rund; Der Wein schmeckt harmonisch.
- Absetzen:
- s.u. Abziehen, Entschleimen
- Abstich:
- Das Abziehen des geklärten Weines aus einem Faß vom Geläger. Besonders bei kleinen Fässern (Barriques) notwendig.
Der Wein wird dadurch von Trubstoffen befreit. Sehr arbeitsintensiv.
- Abstoppen:
- Unterbrechen der Gärung, um natürlichen Restzucker zu erhalten.
- Abziehen:
- Der Jungwein wird vom Geläger getrennt.
- Acetaldehyd:
- Aldehyd.
- Aceton:
- Weinfehler; erinnert an Nagellackentferner.
- Achte(r)l:
- 0,125 Liter Wein; im Stehen zu sich genommen heißt es "Steh-Achte(r)l", wenn man gehen will und sich doch noch nicht losreißen. kann; "Flucht-Achte(r)l".
- Adstringierend:
- Ein stark tanninhältiger Wein; Gerbstoffe (zumeist bei Rotweinen) hinterläßt am Gaumen einen stark herben, manchmal bitteren Geschmack, der die ganze Mundhöhle ausfüllt. Wenn er zu stark ist, wird der Geschmack negativ beeinträchtigt. Tip: Mit Mineralwasser den Gaumen durchspülen.
- Agraffe:
- Kleiner Drahtkorb, mit dem der Korken einer Sektflasche gesichert ist.
- Aldehyd:
- "Sherry-Ton", oxydativer Geruch und Geschmack, wird manchmal auch positiv empfunden.
- Alkohol:
- Im Lauf der Gärung wird der Zucker ganz oder teilweise in Alkohol umgewandelt. In einem Wein mit 12%Vol. Alkoholgehalt sind 12 Gramm Alkohol enthalten.
- Alkoholisch:
- brandig, breit, scharfer Geschmack; negativ.
- Allier:
- Departement in Mittelfrankreich; gefragtes Holz von dort. S.a. Barrique.
- Alltagswein:
- in der Regel junge Weine, die im ersten Jahr nach der Lese getrunken werden und sollten; s. auch Tisch (Tafel)- und Landweine. Es sind zumeist schlichte Weine, die mit der Lagerung nicht besser werden.
- Alter:
- Relativer Begriff für den optimalen Trinkgenuß eines Weines. Man sollte eher von Flaschenreife reden.
- Almdudler:
- Kräuterlimonade
- Alte Welt:
- Europa, das Mittelmeerbecken, der Nahe Osten und Nordafrika.
- Alter, Altwein:
- Sobald nach Martini am 11.11. der Heurige angeboten wird, heißt der vorherige Jahrgang so (beim Heurigen/Buschenschank).
- Altfassgeschmack:
- Ältere Fässer - oder wenn das Faß zu lange leer im Keller stand - können einen muffartigen Ton im Wein hineinbringen. Wird gelegentlich fälschlicherweise auch mit Korkgeschmack verwechselt.
- Altl:
- Ausdruck für Alters-, Reifegeschmack (Firn).
- Altton:
- Grundsätzlich wird nach Rebsorten und Weintyp unterschieden. Burgunder-Sorten etwa entwickeln mit Flaschenlagerung ein typisches "Burgunder-Stinklerl", Barriqueausgebaute Weine im Alter Kakao- und Tee-Aromen. Eher positiv zu sehen. Weine, die überlagert sind, entwickeln negative Eigenschaften, bis hin zur Oxydation.
- Amerikanische Eiche:
- Dieses Holz gibt einen stärkeren Geruch und Geschmack ("Bounty", Vanille) an den Wein ab, als andere Hölzer. S.a. Barrique. In Rioja (Spanien) sehr beliebt.
- Ampelographie:
- Rebsortenkunde.
- Analyse:
- Jeder Wein, der in Verkehr gebracht wird, muss sich einer chemischen Analyse unterziehen lassen, bei der der Wein nach bestimmten (nicht erlaubten) Zusätzen (z.B. Konservierungsmittel) untersucht wird; ebenso Alkohol, Säure etc. werden festgestellt.
- Anbaugebiete:
- Man unterscheidet in Deutschland bestimmte Anbaugebiete, die im Weingesetz festgelegt sind. In Österreich spricht man von Weinanbaugebieten (Wachau, Krems, Kamptal, Donauland, Traisental, Weinviertel, Wien, Thermenregion, Carnuntum, Neusiedlersee, Neusiedlersee-Hügelland, Mittelburgenland, Südburgenland, Südoststeiermark, Weststeiermark, Südsteiermark).
- Anreicherung:
- Zuckerzusatz, um den späteren Alkoholgehalt des Weines zu erhöhen. Die erlaubte Menge ist im Weingesetz festgelegt.
- Anschnitt:
- Rebschnitt.
- Antike Welt:
- Ägypten, Armenien, China, Griechenland, Indien, Iran, Kanaan, Kleinasien, Mesopotamien, Phönizien, Rom, Sumer.
- AP:
- amtliche Prüfnummer. Jeder österreichische Qualitäts- und Prädikatswein muß eine Prüfnummer tragen, wenn der Wein die amtliche Prüfung (sensorische und chemische Analyse) bestanden hat.
- Aperitif:
- Sammelbegriff für alkoholische Getränke, die vor einem Essen gereicht werden.
- Apfel-Milchsäure-Gärung:
- s.u. malolaktische Gärung. biologischer Säureabbau
- Apfelsäure:
- Eine der beiden wichtigsten organischen Säuren im Wein. Ein hoher Anteil verleiht dem Wein eine frische Note, manchmal eine unreife, eine saure.
- Appellation:
- Begriff für eine kontrollierte Ursprungsbezeichnung (z.B. Appéllation Vosne-Romanée im Burgund).
- Ar:
- 1/100 Hektar.
- Aroma:
- Stammt aus dem Griechischen und bedeutete ursprünglich "Gewürz". Meint in der Weinansprache den positiven Geruch eines Weines. Es gibt Rebsorten, die spezifischen Geruch aufweisen (z.B. Muskat beim Muskateller oder Pfeffer im Grünen Veltliner). Bei längerer Flaschenreife entwickelt sich ein Bouquet.
- Aromarad:
- Systematische Auflistung aller im Wein vorkommende Aromen:
Fruchtig |
Beerenobst: |
Brombeere - Himbeere - Erdbeere - Schwarze Johannisbeere |
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Stein-/Kernobst: |
Kirsche - Marille - Pfirsich - Apfel |
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Tropische Frucht: |
Ananas - Banane - Mango - Papaya - Honigmelone |
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Zitrusfrucht: |
Grapefruit - Zitrone |
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Dörrobst: |
Rosinen - Dörrpflaumen - getrocknete Feigen |
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Sonstige: |
Erdbeermarmelade - synthetische Fruchtbrause - Methyl-Anthranilat |
Blumig |
blumig: |
Geranien - Veilchen - Rosen - Orangenblüten - Linalool |
Würzig |
würzig: |
Gewürznelke - Schwarzer Pfeffer - Lakritze - Anis |
Nussig |
nussig: |
Walnuß - Mandel - Haselnuß |
Vegetativ |
frisch: |
Trester - frisches Gras - krautige Pflanzen - grüner Paprika - Minze - Eukalyptus |
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gekocht/konserviert: |
grüne Bohnen - grüner Spargel - schwarze Oliven - Artischocken |
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getrocknet: |
Heu - Stroh - Tee - Tabak |
Karamelisiert |
karamelisiert: |
Honig - Karamel-Bonbon - Butter - Sojasauce - (Bitter-)Schokolade - Melasse - Brot (brotig) |
Holzig |
phenolisch: |
phenolisch - Vanille |
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harzig, tanninhältig: |
Zeder |
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tanninhältig: |
Eiche (z.B. Allier) |
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verbrannt: |
rauchig - verbrannter Toast - Kaffee |
Erdig |
erdig: |
Staub - Pilze |
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schimmelig: |
modrig - schimmeliger Kork |
Chemisch |
Petroleum: |
Diesel - Benzin - Kerosin- Teer - Plastik |
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Schwefelverbindungen: |
nasse Wolle - nasses Hundfell - Schwefeldioxyd (SO2) - aufflammendes Streichholz - Feuerstein - gekochter Kohl Stinktier - Knoblauch - Merkaptan - faule Eier (H2S) - Gummi |
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Papier: |
Filterschichten - nasser Karton |
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stechend: |
Fuselalkohol - Ethanol - Essigsäure - Ethylacetat |
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Sonstige: |
Sorbinsäure - Seife - Fischgeruch |
Stechend |
stechend: |
Alkohol |
|
kühl: |
Menthol |
Oxydiert |
oxydiert: |
Acetaldehyd |
Mikrobiologisch |
hefig: |
Geläger - Kahmhefe |
|
laktisch: |
Milchsäure - Schweiß - Buttersäure - Sauerkraut |
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sonstige: |
Mäuseharn - Pferdeschweiß |
Alterstöne |
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Juchten - Petrol - Firn - Altl |
- Aromastoffe:
- In Österreich für Qualitätswein verboten.
- Aromatisiert:
- s.u. Würzwein
- Asche:
- Gesamtheit aller Mineralstoffe und Spurenelemente im Wein. Qualitätsweine müssen einen etwas höheren Aschegehalt aufweisen als Tafelweine. Nachprüfen...
- Assemblage:
- Zusammenstellung (Verschnitt) verschiedener Bestandteile, die den späteren Wein ausmachen. Z.B. Rückverschnitt mit einem Teil Wein ausgebaut in Holz und der andere in Edelstahl. Dadurch soll ein gewünschter Weintypus erreicht werden.
- Atmen:
- Die Weinflasche Stunden oder kurz vor dem Servieren zu öffnen, bringt nichts, da die Flaschenöffnung zu klein ist; besser ist Dekantieren.
- Aufbessern:
- s.u. Anreicherung.
- Auffüllen:
- Holzfässer müssen regelmäßig aufgefüllt werden, um eine Oxydation zu vermeiden.
- Aufrühren:
- Während der Weinbereitung wird in gewissen Abständen die Hefe aufgerührt, um den Kontakt mit dem Wein zu gewährleisten.
- Aufzuckern
- s.u. Anreicherung.
- Auge:
- Knospe des Rebstocks.
- Ausbau:
- Alle Kellerarbeiten von der Gärung bis zur Abfüllung.
- Ausbruch:
- Weinstil (vor allem im Burgenland), der verwandt ist mit dem ungarischen "Aszú"=ausbrechen edelfauler (Botrytis cinerea) Beeren. Ausbruch muß mindestens 27 Grad KMW aufweisen und aus überreifen, edelfaulen und eingetrockneten Beeren stammen. Liegt quasi zwischen Beerenauslese und Trockenbeerenauslese.
- Ausdünnen:
- Im Weingarten werden zwecks Ertragsminimierung Trauben hinuntergeschnitten, um die spätere Qualität zu erhöhen. Wird teilweise schon nach der Blüte vorgenommen. Geiztrauben zu entfernen gehört auch dazu.
- Ausgewogen:
- Harmonie von Frucht, Süße, Alkohol, Säure und Gerbstoffgehalt.
- Ausg'steckt:
- für die periodische Öffnung eines "Heurigen" wird durch einen am Tor angebrachten Buschen, meist aus Föhrenzweigen, angezeigt (der /die "Buschenschank").
- Ausgetrunken:
- Bezeichnet eine Wein-Position auf der Weinkarte, die nicht mehr vorhanden ist, die entweder durchgestrichen oder mit einem Stempel "leider ausgetrunken" versehen ist.
- Ausflocken:
- Rückstände im fertigen Wein, die unterschiedlicher chemischer Herkunft (Filterung, Zusatzstoffe) sein können. Nicht unbedingt immer ein weintechnischer Fehler. Weinkristall-Ausfall gehört nicht dazu.
- Auslese:
- Prädikatsstufe. Qualitätswein.
- Ausstich:
- Eine alte klösterliche Bezeichnung für das beste Faß im Keller (z.B. St. Laurent Ausstich, Chorherrenstift Klosterneuburg).
- Austrieb:
- Öffnen der Augen (Knospen); je nach Sorte wird unter frühen, mittleren und späten Austrieb unterschieden.
- Avinieren:
- Ein Weinglas vor dem Benutzen "weinfreundlich" machen, in dem man mit etwas Wein das Glas ausspült, um etwaigige Fremdgeruche (z.B. vom Spültuch oder Schrank herstammend) zu eliminieren.
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